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Über meine Arbeit

Physiotherapie ≠ Personal Training

6 Min. Lesedauer

Persönlich begleitetes Krafttraining nach abgeschlossener Therapie

Viele Menschen gehen davon aus, dass Physiotherapie und Personal Training dasselbe bewirken. Tatsächlich sind die Zielstellungen und Aufgaben dieser zwei Dienstleistungen völlig unterschiedlich.

Physiotherapie hat vorwiegend die Aufgabe Gewebe nach Verletzungen wieder belastbar zu machen. Es geht vorwiegend um die Vorbereitung von Strukturen um wieder vernünftig dem Alltag nachgehen oder wieder ohne Einschränkungen trainieren zu können. Es stellt somit die vorgeschaltete Etappe zum Personal Training nach einer Verletzung oder chronischen Einschränkung dar.

Wichtig ist es zu erkennen, dass Einschränkungen und Probleme, wie zum Beispiel unspezifischer Rückenschmerz, nach der Physiotherapie nicht endgültig behoben sind. Die Probleme können temporär zwar gebessert oder auch sogar ganz verschwunden sein, macht man aber weiter wie bisher, wie die Probleme also auch verursacht wurden, treten sie höchstwahrscheinlich wieder auf.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll diesen Teufelskreis, von Schmerz – Therapie – Besserung – Alte Verhaltensmuster – Schmerz, zu durchbrechen und nachhaltige Verbesserung anzustreben. Da das Leben nach der Physiotherapie wieder seinen gewohnten Lauf nimmt, ist es wichtig sich auch danach um seinen Körper zu kümmern.

Wesentliche Bedeutung hat auch, dass Übungen welche für die Vorbereitung und Wiederbelastbarmachung von Gewebe nicht zwingend auch für ein weiterführendes Training sinnvoll sind. Beispielsweise können Übungen auf instabilen Untergrund für die Wiedererlangung der Sensomotorik nach längerer Ruhigstellung eines Beins (z. B. nach OP) sinnvoll sein, für das weitere Training (v. a. Krafttraining) aber obsolet erscheinen, wenn das Bein wieder voll belastbar ist. Bei voller Belastbarkeit ist es wichtig hohe mechanische Reize auf die Muskulatur wirken zu lassen, um diese zum Wachsen anzuregen. Warum mehr Muskelmasse möglicherweise mehr Gesundheit bedeutet, erfährst du in einem anderen Blogbeitrag.

Ist nach der erfolgreichen Therapie der Körper wieder ausreichend belastbar, ist es wichtig den Körper einerseits, wenn notwendig in seiner Leistungsfähigkeit wieder herzustellen oder andererseits die Leistungsfähigkeit so zu steigern, dass diverse Probleme erst gar nicht mehr auftreten.

Ein Beispiel aus der Praxis: Das Kniegelenk ist in gebeugter Position hauptsächlich Muskelgesichert (aktive Stabilität). In den Endstellungen der Range of Motion (ROM) wird das Gelenk durch vorderes und hinteres Kreuzband gesichert (passive Stabilität). Die Muskelsicherung ist dabei eine entscheidende Variable, die ein Sportwissenschafter oder Personal Trainer manipulieren kann. Mehr Muskulatur bedeutet mehr Stabilität im Kniegelenk und damit eine geringere Anfälligkeit für Verletzungen. Wurde die Gelenksstruktur bereits beeinträchtigt, beispielsweise durch einen Riss des vorderen Kreuzbandes ist es wichtig danach möglichst viel Muskulatur für maximale Gelenksstabilität aufzubauen. Tut man das nicht, könnten sich langfristig weitere Beschwerden einstellen, wie etwa Veränderungen im Gangmuster oder übermäßige Abnutzung der Knorpelstrukturen.

Alles im Körper hängt zusammen! Denken Sie beispielsweise daran, wie Sie sich fortbewegen, wenn sie eine Blase am Fuß haben. Sie gehen nicht mehr ganz rund, weichen aus und belasten die andere Seite vermehrt. Kurzfristig, wie bei der Blase kein Problem, langfristig, wie bei einem kaputten Knie fatal! Sehr oft passiert, dass Patienten zu Knieproblemen Hüftprobleme und vice versa hinzubekommen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig beeinträchtigte Strukturen wieder zur Gänze zu stärken.

Zusammenfassend ist Physiotherapie die Vorbereitung, um ausgewählte Zonen wieder belastbar zu machen. Nach den oft nur wenigen Wochen oder Terminen ist es wichtig weiterzumachen! Physiotherapie stellt die Grundlage dar, das Training danach sorgt dafür, dass der Körper nicht nur funktionsfähig, sondern belastbar, leistungsfähig und langfristig gesund bleibt.

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