Die World Health Organization empfiehlt pro Woche mindestens 150–300 Minuten moderate oder 75–150 Minuten intensive Ausdauerbelastung sowie zusätzlich zwei Krafttrainingseinheiten. Diese Empfehlungen basieren auf einer Vielzahl epidemiologischer Studien, welche den Zusammenhang zwischen Bewegungsverhalten und Krankheitsrisiken untersucht haben.
Die Kernaussage daraus ist eindeutig: Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Sarkopenie und Osteoporose deutlich.
Trotzdem erreicht ein großer Teil der Bevölkerung diese Mindestvorgaben nicht. Besonders betroffen sind Menschen mit sitzenden Berufen. Viele verbringen täglich acht bis zehn Stunden am Schreibtisch, bewegen sich kaum und versuchen die fehlende Aktivität mit „ein bisschen Sport am Wochenende“ auszugleichen. Das Problem dabei: Unser Körper ist nicht dafür konstruiert, dauerhaft inaktiv zu sein.
Bewegen Sie sich viel, passiert etwas im Körper. Bewegen Sie sich nicht, passiert ebenfalls etwas im Körper.
Der Organismus passt sich immer an die Belastungen an, denen er ausgesetzt ist. Wer regelmäßig trainiert, baut Muskulatur auf, verbessert die Knochendichte, erhöht die Insulinempfindlichkeit und verbessert langfristig Blutdruck- sowie Cholesterinwerte. Wer sich chronisch wenig bewegt, deadaptiert. Der Körper baut Strukturen ab, die er nicht benötigt. Muskulatur verschwindet, Belastbarkeit sinkt und das Risiko für chronische Erkrankungen steigt.
Besonders kritisch ist dabei, dass viele Menschen erst reagieren, wenn Beschwerden bereits vorhanden sind. Rückenschmerzen, reduzierte Leistungsfähigkeit, Übergewicht oder metabolische Probleme entstehen selten plötzlich. Meist entwickeln sie sich über Jahre hinweg durch Bewegungsmangel und fehlende körperliche Belastung.
Genau deshalb trainieren Sie nicht nur für das Hier und Jetzt. Sie trainieren für Ihre langfristige Gesundheit.
Der aktuell oft verwendete Begriff „Longevity“ beschreibt letztlich nichts anderes als gesundes Altern. Körperlich und geistig leistungsfähig bleiben, ohne frühzeitig durch Einschränkungen limitiert zu werden. Das Entscheidende dabei ist: Longevity beginnt nicht erst mit 60 oder 70 Jahren. Sie beginnt mit den Entscheidungen, die Sie heute treffen.
Die gute Nachricht dabei: Der Körper reagiert erstaunlich schnell auf regelmäßige Bewegung. Bereits wenige gezielte Trainingseinheiten pro Woche können messbare gesundheitliche Veränderungen bewirken.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Bewegung wichtig ist. Die Datenlage dazu ist längst eindeutig. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Tun Sie aktuell genug für den Körper, den Sie auch in zehn oder zwanzig Jahren noch haben möchten?

